Bahnpendler stärken – P+R Flächen ausweiten

Niclas Dittrich | sachkundiger Bürger | Pendler

Der Klimawandel schreitet voran und wir schauen in Seelenruhe zu. Wir holzen Wälder für den Braunkohleabbau ab, verschlafen die Förderung alternativer Antriebe und sorgen, in Zeiten des Dieselskandals für mich noch weniger nachzuvollziehen, für noch mehr Individualverkehr, indem wir kostenlose Parkplätze für Bahnreisende vernichten.

In Soest gab es bis Mitte des Jahres hinter dem Bahnhof ein riesige Schotterfläche, auf der Pendler gratis als Alternative zum ständig überfüllten P+R Parkhaus parken konnten. Nachdem diese Fläche aber an die Stadtwerke veräußert wurde, wird sie nun bewirtschaftet und steht somit für Pendler nicht mehr kostenlos – und es handelt sich nach wie vor um eine Schotterfläche – zur Verfügung. Als der Parkscheinautomat aufgestellt wurde, fragte mich eine Pendlerin, die mit der Bahn nach Paderborn zur Uni fährt, ob das ernstgemeint sei, dass man für diese „Schotterpiste“ zahlen solle. Ich war froh, diesen Umstand nicht selbst verantworten zu müssen. Denn die hier nun fehlenden Flächen führen für Pendler*innen entweder zu einer großen Mehrbelastung, oder dazu, dass Pendler*innen auf ihr Auto umsteigen und auf den ÖPNV verzichten.

Beides kann und darf aber kein Ziel der Politik und im Besonderen der SPD sein.
Es muss im Sinne der Pendler*innen, der Wirtschaft und des Klimaschutzes erklärtes Ziel der Politik sein, notwendige Infrastruktur vorzuhalten und so den ÖPNV attraktiv, die Arbeitnehmer flexibel und den Klimaschutz aufrecht zu erhalten. Hierfür geeignete Flächen sollten der öffentlichen Hand erhalten, bzw. zugänglich gemacht werden. Die betroffenen Städte und Gemeinden dürfen hierbei vom Land und den Kreisen nicht im Stich gelassen werden.

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