Die Geschichte der SPD Möhnesee

Fraktionsvorsitzender Gerhard Bruschke

Anlässlich der 50-Jahr-Feier des SPD-Ortsverein ließ der Fraktionsvorsitzende Gerhard Bruschke in einem Festvortrag die Geschichte des Ortsvereins und die politische Tätigkeit der SPD Möhnesee noch einmal kurz Revue passieren. Nachstehend der Wortlaut der Rede:

 

„Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Mitglieder und Freunde der SPD Möhnesee.

Vor 50 Jahren wurde der SPD-Ortsverein Möhnesee aus der Taufe gehoben. Dieses Jubiläum werden wir heute im Rahmen unseres jährlichen Sommerfestes hier in der neuen Gastronomie „Pier 20“ gebührend feiern. Aber keine Sorge, ich werde hier keine lange Rede halten – die Gemütlichkeit wird nicht zu kurz kommen.

Lange Zeit gab es hier am See zwar Sozialdemokraten, aber keinen eigenständigen Ortsverein. Die Geschicke der örtlichen SPD wurden durch den Kreisgeschäftsführer geleitet. Diesen unbefriedigenden Zustand wollte man allerdings nicht auf Dauer hinnehmen. So fand am 19. August 1969 die Gründungsversammlung für einen eigenständigen Ortsverein unter der Leitung des damaligen SPD-Kreisvorsitzenden Günter Jaschke in der Gaststätte „Schäferlinde“ in Möhnesee-Echtrop statt. Wir hätten auch dieses Jubiläum gern dort gefeiert – allerdings gibt es diese Gaststätte heute nicht mehr.

Leider ist das damals gefertigte Protokoll nicht ganz ergiebig. Aus der Dauer der Veranstaltung, die immerhin mehr als drei Stunden dauerte muss jedoch geschlossen werden, dass schon damals sehr intensiv diskutiert wurde. Diese Diskussionsfreudigkeit haben wir bis heute beibehalten und möchten sie gerne weiter ausbauen.

Erster Vorsitzender des Ortsvereins wurde übrigens Franz-Josef Kamp, der leider inzwischen – so wie einige andere Gründungsmitglieder – verstorben ist.

Nach Franz-Josef Kamp folgten mit Rolf Wienbruch, Fritz Heimann, Wolfgang Etter, Edwin Köhler und Joachim Schöneweiß weitere Personen in der Funktion des Vorsitzenden nach. Dazwischen gibt es mehrere Perioden, an denen ich als örtlicher Kopf der SPD fungiert habe. Aktuell ist Harald Beckers derjenige, der die Geschicke des Ortsvereins bestimmt.

Von den Männern der ersten Stunde weilen leider nicht mehr alle unter uns. Dennoch muss ich die erwähnen, die damals im Jahre 1969 den ersten Vorstand der SPD Möhnesee gebildet haben.

Neben Franz-Josef Kamp waren das als stellvertretende Vorsitzende Johannes Neuhaus aus Körbecke und Karl-Heinz Wilmes aus Günne. Als Kassierer fungierten Klemens Tacke aus Neuhaus und Leo Dreier aus Wamel. Schriftführer waren Ferdi Vollmer und Friedhein Schmidt aus Günne. Das alles sind Namen, die noch heute einen guten Klang in der Gemeinde haben.

Mit Ferdi Vollmer kann ich heute einen Sozialdemokraten der ersten Stunde begrüßen, der diesen Ortsverein wesentlich mit gestaltet hat. Auch er gehört inzwischen 50 Jahre der SPD an. Die entsprechende Ehrung wird gleich noch im Rahmen dieser Veranstaltung vollzogen.

Von Anfang an hat sich der SPD Ortsverein schwerpunktmäßig für die Kommunalpolitik in der damals neu aus dem ehemaligen Amt Körbecke entstandenen Gemeinde Möhnesee engagiert. Bei der ersten Kommunalwahl errangen wir vier Sitze. Zwischenzeitlich konnten wir unseren Anteil an den Ratsmandaten auf zehn Personen ausweiten. Aktuell besteht die Ratsfraktion aus sechs Ratsmitgliedern der SPD und einem Ratsmitglied der FDP. Wer sich über diese Konstellation wundert: Wir arbeiten auf sachlicher und persönlicher Ebene hervorragend zusammen.

Mit Karl-Heinz Wilmes stellte der Ortsverein seit vielen Jahren auch ein Mitglied im Kreistag Soest. Seit der letzten Kommunalwahl wird dieser Platz im Kreistag durch Christian Klespe eingenommen.

Möhnesee war eigentlich immer eine Hochburg der CDU. Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als die CDU eine absolute Mehrheit im Rat hatte und diese Mehrheit auch konsequent und teilweise auch etwas hochmütig durchsetzte. Allerdings war diese Phase mit der Kommunalwahl 1999 beendet. Die CDU verlor ihre absolute Mehrheit und hat sie bisher auch nicht zurückgewinnen können.

Nach der Kommunalwahl 1999 bildete dann die SPD mit den Fraktionen von FDP, Bündnis90/Die Grünen und der Bürgergemeinschaft eine Koalition, die immerhin zwei Ratsperioden die Politik in der Gemeinde Möhnesee bestimmte. In dieser Zeit wurden für Möhnesee wesentliche Entscheidungen wie der Uferrandweg in Körbecke und der Fuß- und Radweg am Südufer mit der neuen Mehrheit getroffen. Die Haushaltskonsolidierung wurde erfolgreich eingeleitet und die Gemeinde erhielt einen neuen Flächennutzungsplan.

Mit der Kommunalwahl 2009 ergab sich eine neue Konstellation im Rat. Die SPD koalierte mit der CDU. Allerdings hielt diese Koalition nur für eine Ratsperiode, in der allerdings wiederum wesentliche Entscheidungen für diese Gemeinde getroffen wurden. Nachdem man zuerst auf die Landesgartenschau setzte, forcierte die Politik dann eine Beteiligung am der Regionale 2013. Über dieses Programm wurde unter anderem der neue Seepark gebaut und der Pankratiusplatz in der Ortsmitte von Körbecke neu gestaltet.  

Die Schullandschaft wurde kontinuierlich modernisiert. Durch die Umwandlung der ehemaligen Hauptschule in eine Verbundschule und später in eine Sekundarschule, wurde das schulische Angebot an die Veränderungen angepasst. Ich geben allerdings zu, dass wir als SPD uns viel eher eine Gesamtschule gewünscht hätten – das war aber nicht durchzusetzen.

Wir arbeiten weiter an einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des touristischen Angebotes hier am See und beschäftigen uns intensiv mit neuen umweltverträglichen Formen der Energiegewinnung. Nicht neu aber inzwischen deutlich in den Focus der SPD-Politik ist auch der Klimawandel gerückt.

Was wir uns allerdings wünschen, ist eine stärkere Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Möhnesee an der künftigen Entwicklung. Allerdings nicht in Form einer Einbahnstraße – Informationen müssen auch eingefordert werden; Mitarbeit muss auch angeboten und praktiziert werden. Wer sich auf Teilhabe beschränkt, wenn ihm etwas nicht passt, der wird diesen Vorgaben nicht gerecht.  

Mehrfach hatten wir hohen Besuch am See. So besuchte z.B. 1976 der damalige SPD Bundesvorsitzende und ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt die Sperrmauer in Günne und wurde dort begeistert gefeiert. Mit in seinem Gefolge befand sich damals der noch junge Franz Müntefering, der später auch Bundesvorsitzender der SPD wurde. Im Jahre 1980 überreichte der damalige Arbeitsminister Friedhelm Farthmann persönlich die Ernennungsurkunde als staatlich anerkannter Erholungsort für den Ortsteil Körbecke und trug sich anschließend im AWO-Heim am Schnapps-Hof in das Goldene Buch der Sozialdemokraten ein. Auch danach war der See häufig das Ziel hochrangiger SPD-Politiker. Ich will hier nicht alle Namen aufzählen; einige davon sind noch in der Politik aktiv, andere haben sich auf das Altenteil zurückgezogen oder repräsentieren, wie Rudolf Scharping, große Sportverbände.

Immer wieder waren wir auch selbst unterwegs und haben erfolgreich versucht, über Gespräche die Gemeinde Möhnesee voranzubringen. So fanden Gespräche mit dem damaligen NRW-Ministerpräsidenten und späterem Bundespräsidenten Johannes Rau in Düsseldorf statt. Auch Hannelore Kraft besuchte uns in ihrer Funktion als Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen am Möhnesee. Gesprächspartner waren auch Per Steinbrück, der jetzige Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der ehemalige Außenminister Sigmar Gabriel und der aktuelle Landesvorsitzende der SPD, Sebastian Hartmann.

Häufiger Gast in Möhnesee war auch Birgit Sippel, unserer Europaabgeordnete. Sie stand uns z.B. im Rahmen von Ortsvereinsversammlungen als fachkundige Referentin zur europäischen Politik zu Verfügung. Birgit hat im Übrigen eine besondere Liebe für die Schützenfeste am See entwickelt. So besuchte sich z.B. das Schützenfest in Wamel und das diesjährige Kaiserschießen der Schützenbruderschaft Günne.

Aktiv schaltete sich die SPD Möhnesee auch in die Pläne zum Bau der Klinik am Möhnesee ein. So fand nach Vermittlung durch die damaligen Landtagsabgeordneten Brigitta Heemann aus Soest ein Spitzengespräch in der Landesregierung statt. Franz Müntefering war damals der zuständige Minister. Die Verhandlungen, die von Joachim Schöneweiß und mir geführt wurden, waren schwierig, aber letztlich von Erfolg gekrönt. Die Klinik steht und erfreut sich eines regen Zuspruches.

Auch heute noch pflegen wir ein gutes Verhältnis zum Bundestagsmitglied Wolfgang Hellmich, seinem Vorgänger Eike Hovermann und den örtlichen Landtagsabgeordneten Marlis Stotz, die ja gleichzeitig auch die Vorsitzende des Unterbezirks Soest ist, und Norbert Römer.

In all den Jahren kam auch die Geselligkeit nie zu kurz. So wurden häufig Sommerfeste gefeiert. Das jährlich im Dezember stattfindende Grünkohlessen ist schon Tradition. Bis etwa 2006 führte die SPD Möhnesee mehrtägige Fahrten für interessierte Mitbürger durch. Ziele waren z.B. Straßbourg, das Frankenland, die Lüneburger Heide sowie Schwerin und Erfurt. Eine sehr schöne Fahrt ging auch zu unserer Partnergemeinde Wintzenheim im Elsass. Später reichte es allerdings nur noch für Tagesfahrten. So wurden z.B. die Wewelsburg und Paderborn besucht. 

Alles in allem blicken wir auf ereignisreiche fünfzig Jahre zurück. Die SPD Möhnesee ist überzeugt davon, auch die Zukunft am See positiv gestalten zu können und vielen Menschen eine politische Heimat zu bieten.

Die Tätigkeit in der SPD macht viel Freude, insbesondere weil wir uns weitgehend auf die Gemeinde konzentrieren. Hier spielt die Parteipolitik keine Rolle – wichtig ist der Einsatz für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Möhnesee. Und dafür stehen wir.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.“

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